Montag, 5. März 2012

Bürgerbeteiligung

Direkte Demokratie, Mitbestimmung, Bürgerbeteilung - Begriffe, die
in den letzten Jahren vermehrt an Bedeutung gewonnen haben.
Die neuen Medien, das soziale Netz, bieten dazu Gelegenheit. In der
Vergangenheit war die Informationsbeschaffung und die
Informationsverteilung primär in Händen der
professionellen Journalisten und der etablierten Medien. Diese
Wirklichkeit hat sich gänzlich verändert. Der Empfänger von
Information ist heute zum Verteiler von Information
geworden. Weblogs, Videoplattformen, Seiten für Radiobeiträge,
Plattformen zur Präsentation von Bildern, die sozialen Medien wie
Facebook und Twitter - all dies ist eine
neue Wirklichkeit. Und diese Werkezeuge werden auch die politische
Realität verändern. Am Beispiel von Wikileaks und von
Petitionsplattformen ist ersichtlich, wie
die neuen Medienwerkzeug die Realität mitbestimmen können. Kein
Politiker kann sich leisten, dies zu ignorieren.
Dazu noch ein Buchtipp:
Die Weisheit der Vielen – Warum Gruppen klüger sind als Einzelne
(Originaltitel: The Wisdom of Crowds. Why the Many Are Smarter
Than the Few and How Collective Wisdom Shapes Business, Economies,
Societies and Nations
) ist der Titel eines Buchs von James Surowiecki, das 2004 erschienen ist. Er
argumentiert darin, dass die Kumulation von Informationen in Gruppen
zu gemeinsamen Gruppenentscheidungen führen, die oft besser sind als
Lösungsansätze einzelner Teilnehmer. Das Buch präsentiert zahlreiche
Fallstudien und Anekdoten, um seine Argumentation zu illustrieren.
Dabei werden viele Fachgebiete berührt, hauptsächlich aber die Ökonomie und die Psychologie.
Weiterlesen auf http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Weisheit_der_Vielen
Zum Buch
http://www.amazon.de/Die-Weisheit-Vielen-James-Surowiecki/dp/3570006875

Kommentar zum Buch
Schon lange hatte der Wirtschaftsjournalist James Surowiecki den Verdacht, dass Gruppen klüger sind als Einzelne. Und auch, wenn sich ohne Mühe zu Hauf Beispiele kollektiven Scheiterns aufführen lassen: Die Weisheit der Vielen belegt nicht nur sehr schlüssig, dass richtig zusammengestellte und nach den richtigen Entscheidungsregeln handelnde Gruppen in aller Regel tatsächlich bessere Erfolgvoraussetzungen haben, als Individuen. Er zeigt vor allem, und das wird Manchen dann doch überraschen, dass die oft so verschmähte "Masse" unabhängig voneinander agierender Einzelner bessere Problemlösungen produziert als individuelle Entscheider, wenn sie darauf vertrauen kann, dass ihr Wort tatsächlich etwas zählt.

Dafür führt der Autor des ebenso tiefsinnigen wie andererseits auch amüsanten Buches zahlreiche Belege aus sämtlichen Gesellschaftsbereichen an. So verweist er etwa darauf, dass in der sehr erfolgreichen Fernsehshow "Wer wird Millionär" die individuellen "Telefonjoker" zu 65 Prozent die richtige Antwort parat haben, der Publikumsjoker aber in 91 Prozent der Fälle. Seit langem weisen Wissenschaftliche Untersuchungen in diese Richtung. Surowiecki berichtet hier unter anderem von einem Versuch der Soziologin Kate H. Gordon, die rund 200 Studenten Objekte nach ihrem Gewicht reihen ließ: Zu 94 Prozent erwies sich die Gruppenschätzung als zu 94 Prozent richtig und (abgesehen von wenigen Ausnahmen) besser als jede der individuellen Schätzungen. In einem anderen Versuch bestand die Aufgabe darin, zehn Häufchen grober, auf einem weißen Karton aufgeklebter Schrotkörner, die sich in ihrer Größe nur geringfügig unterschieden, der Größe nach zu ordnen. Auch hier erreichte die Genauigkeit der Gruppenschätzung 94,5 Prozent…

Von diesen Phänomenen ausgehend hat Surowiecki nach Beispielen im wirklichen Leben gesucht. Und er ist dabei auf verblüffende Zusammenhänge gestoßen, die sich nach seiner Überzeugung nicht nur Unternehmen, sondern die Gesellschaft überhaupt zu Nutze machen sollte. Bei alldem blendet der Autor die Tatsache, dass auch Gruppen bisweilen grandios irren, nicht einfach aus, sondern nimmt solche Beispiele zum Anlass, nach den Gründen solchen Scheiterns zu fragen. Wirklich lesenswert! --Alexander Dohnberg

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